Hanf, eine Pflanze, die nützlicher als Bäume ist, um Kohlenstoff zu binden

Darshil Shah ist ein britischer Forscher, der an der Universität Cambridge tätig ist. Laut seinen Studien könnte Hanf atmosphärisches Kohlendioxid aufnehmen, und zwar doppelt so effektiv wie Bäume! Außerdem könnte Hanf Architekten ermöglichen, ökologische Biomaterialien für ihre Arbeit zu verwenden.

Hanf ebenso wichtig wie Bäume

Laut den von Shah geleiteten Studien ist Industriehanf viel effizienter als Bäume. Er kann nämlich zwischen 8 und 15 Tonnen CO² pro Hektar Anbaufläche jährlich absorbieren. Um besser zu verstehen, was diese Rate bedeutet, sollte man wissen, dass Bäume in Wäldern nur etwa 2 bis 6 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar jährlich aufnehmen. Diese Rate ist übrigens ungefähr, da sie je nach Alter der Bäume, ihrer Art, ihrem Standort usw. variieren kann.


Aus Shahs Sicht haben Biokunststoffe sowie Baumaterialien aus Hanf zudem den großen Vorteil, einen sehr niedrigen Kohlenstoffgehalt aufzuweisen. Folglich könnten sie schließlich verwendet werden, um einige klassische Verbundstoffe wie Aluminium- oder Glasfaserverbundstoffe zu ersetzen!


Angesichts dieser ermutigenden Studien hat das Centre For Natural Material Innovation (das zum Architekturdepartement der Universität Cambridge gehört) eine Reihe von Arbeiten zu Biomaterialien gestartet. Das langfristige Ziel dieser Arbeiten ist es, unsere Bautechniken neu zu denken, um einer kohlenstofffreien Emission näherzukommen.


Parallel dazu interessiert sich Shah auch für Konstruktionsholz, Bambus, einige andere Verbundstoffe mit Naturfasern und Hanf. Für den Forscher verkörpert Hanf „eine vielseitige Kultur, die Materialien und Ressourcen in vielfältiger Form bietet“.


Zu wissen: Hanf ist eine Sorte der Pflanze Cannabis Sativa und besitzt daher sehr niedrige THC-Werte im Vergleich zu denen der Marihuana-Sorte.


Eine vielseitige Pflanze

Die Hanfblüte beschränkt sich keineswegs nur auf ihre überlegene Wirksamkeit gegenüber Bäumen im Kampf gegen Kohlenstoffemissionen.


Tatsächlich erklärt Shah, dass Hanf derzeit immer mehr für die Herstellung von Biokunststoffen und Biokraftstoffen demokratisiert wird. Sein Stängel besitzt nämlich Fasern, die sowohl steif als auch robust sind, was es ermöglicht, Hanf für die Herstellung von Autoteilen, Windradflügeln sowie Verkleidungspanelen zu nutzen! Diese Paneele könnten eine Alternative zu herkömmlichen Aluminiumplatten darstellen, da ihre Herstellung nur 15 bis 60 % der Energie benötigt, die für Aluminiumplatten erforderlich ist!


Schließlich dient Hanf auch zur Herstellung von Produkten auf CBD-Basis, die zahlreiche gesundheitliche Vorteile belegen. Diese Produkte besitzen insbesondere bedeutende antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und sind auf dem Wellnessmarkt sowie im Bereich der Kosmetik von High Society sehr erfolgreich.